Dienstag, 12. Juni 2012

Günter Neuwirth: Erdenkinder - Ökokrimi und Pageturner


Erdenkinder
Krimi von Günter Neuwirth

Selten war österreichische Krimiliteratur so spannend. Der alte Bauer Josef Lehner geht in aller Herrgottsfrüh hinaus und öffnet einen Komposthaufen. Mit nackten Füßen steht er im Dreck und genießt den Geruch nach Humus. Dann macht er eine Pause und trinkt von seinem Kräutertee. Wenig später ist er tot. Vergiftet mit einer Überdosis Fingerhut.
In seinem neuen Krimi entführt uns Günter Neuwirth in ein oberösterreichisches Dorf, in dem sich die Einheimischen, die Mitglieder einer Ökokommune namens Erdenkinder und die Betreiber eines Kraftwerkes seit Jahren eine Fehde liefern.
Der Bauer Josef Lehner führte diesen Krieg auf seine Weise. Er ließ die Erdenkinder auf seinem Grund siedeln und baute mit ihnen eine ökologische Landwirtschaft auf. Jetzt, da er tot ist, stehen die Erdenkinder unter Verdacht.
Christina Kayserling von der Kripo Steyr wühlt sich mit ihrem behäbigen Kollegen Brandstätter von der örtlichen Polizei durch Verdächtigungen, falsche Fährten und Intrigen, dass es eine Freude ist. So soll ein Krimi sein. Wir Leser werden nicht nur in die Geschichte hineingezogen, so dass wir es kaum erwarten können, die Seite umzublättern, wir erfahren etwas über das Leben da draußen, über das Denken und Fühlen der Menschen und in diesem Fall so einiges über Permakultur und wie es sich anfühlt, sich im eisigen Bachwasser zu waschen.
Günter Neuwirths Roman ist ein Lichtblick in der österreichischen Literaturlandschaft. Ein Roman, der das Prädikat literarischer Krimi wahrhaftig verdient. Unterhaltung auf hohem Niveau.

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